Dienstag, 15. Juli 2014

Kuchen mit Fondant zum 18ten Geburtstag

Über Fußball kann man ja viele Meinungen haben - die letzten Wochen fieberten ja immerhin die meisten Fans für eine Mannschaft, schließlich war WM! In unserer Region sind wir da meist sehr geteilter Meinung, und leider verstehen sich auch nicht alle Fans untereinander. Aber wenn der eigene Cousin 18 wird, dann kann man die Rivalität auch mal vergessen. Gut, langsam ist er alt genug, um einen vernünftigen Geschmack zu entwickeln, aber es hätte mich bei dem Kuchen ja auch noch schlimmer treffen können als mit Bayern München :D



Aus Zeitgründen versteckt sich unter dem Fondant ein einfacher - aber auch sehr leckerer - Eierlikör-Rührkuchen mit einer Zartbitter-Ganache. Dieser lässt sich schnell zubereiten und verträgt auch mal ein, zwei Tage "Wartezeit" bis zum Event. Das Vereinslogo ist mit einem Lebensmitteldrucker gedruckt - allerdings nicht von mir, sondern in einem Onlineshop geordert. Bis ich mir den Drucker leisten kann (und es sich auch lohnt, so einen zu besitzen), vergehen wohl noch ein paar Tage. Eigentlich alles einfach gehalten, aber wie ich gerade feststelle, nicht in wenigen Worten zu beschreiben...

Wer wirklich plant, einen Kuchen mit Fondant einzudecken, sollte schon vorher einplanen, dass immer alles gut durchgekühlt sein muss. Wenn nicht, reißt der Fondant sehr schnell; ebenso, wenn zum Beispiel Sahne als Creme verwendet wird. Also: vorher gut planen, genügend Zeit sowohl zum Vorbereiten als zum Kühlen einplanen und dann kann es schon los gehen.Wer noch nie einen Kuchen / eine Torte mit Fondant eingedeckt hat oder gar nicht weiß, wer wie was wo: da kann ich den Blog der Tortentante sehr empfehlen. Vor meiner ersten Fondanttorte habe ich mich da gefühlt ein paar Wochen eingelesen, damit auch nichts schief geht.

Hier also mein Drei-Tages-Plan:

Eierlikör-Rührkuchen:
250 g Butter
150 g Zucker

1 Msp. Vanille
 4 Eier
250 g Mehl
1 Pck. Backpulver
250 ml Eierlikör


Butter, Vanille und Zucker schaumig schlagen, Eier nach und nach dazu geben und weiter schlagen. Mehl mit Backpulver mischen, dann nach und nach abwechselnd Mehl-Backpulver-Mischung und Eierlikör hinzugeben. In die gefettete und gemehlte Backform geben (26cm). Damit möglichst kein Hubbel entsteht, die Backform mit in-Alufolie-gehülltes-Zewa einwickeln. Durch diese "Isoliermethode" backt der Rand nicht sofort durch und der Kuchen geht gleichmäßig hoch. Genaue Anleitung dazu findet ihr hier! Nun im Backofen bei 160° ca. 55 min backen. Nach 10min aus der Form lösen und den Kuchen auf den Kopf stellen -> falls ein kleiner Hubbel da sein sollte, verschwindet dieser nun und man hat eine schöne, gerade Oberfläche.


Zartbitter-Ganache:
200 g Zartbitter-Schokolade
200 g Sahne (frisch)

Schokolade zerbrechen und in eine Schüssel geben. Sahne zum Kochen bringen, über die Schokolade giessen, 5 min stehen lassen. Dann gut verrühren, beim Abkühlen immer mal wieder umrühren.


Wie erwähnt, der Kuchen und die Ganache müssen ausgekühlt sein. Ich habe den Kuchen quer halbiert, mit einem Teil der Ganache gefüllt, wieder aufeinander gesetzt und außen komplett mit Ganache eingeschmiert - und zwar so glatt wie möglich. Dann über Nacht ab in den Kühlschrank und am nächsten Tag erst wieder raus, wenn der Fondant bereits ausgerollt ist. Nun nochmal kurz kleine Unebenheiten in der Ganache ausgleichen (hab ich vergessen...), denn jeder Hubbel ist hinterher sichtbar! So sah das bei mir aus - allerdings vor dem Durchkühlen und nochmal glätten:


Zum Eindecken habe ich den Premium Rollfondant vom Pati-Versand genutzt. Meine ersten Versuche mit selbst hergestelltem Marshmallow-Fondant waren so grausam, dass ich mich seither nicht mehr damit beschäftigt habe. Beim nächsten Mal versuche ich es aber noch einmal. Für die Buchstaben und das Bändchen habe ich Blütenpaste verwendet, da diese doch noch etwas elastischer ist und nicht so schnell reißt. Zum Färben nutze ich Wilton Gelfarben - scheinbar genau richtig, denn die "normalen", ungemischten Rot- und Blautöne entsprechen ziemlich gut den Vereinsfarben, finde ich. Zum Ausstechen der Buchstaben habe ich kleine Ausstecher aus einer Backzeitschrift genutzt, da muss ich mir aber noch einmal andere zulegen. Die Ausstecher hatten weder einen Auswerfer noch ein Loch auf der Oberseite, so dass man die Buchstaben mit einem Zahnstocher rausfummeln muss - dies strapazierte nicht nur meine Geduld, sondern auch einige Buchstabenränder.

Aber nochmal der Reihe nach: den Kuchen grob ausmessen (also Durchmesser plus Höhe der Seiten) und nach diesem Maß den Fondant ausrollen. Ich habe in der Zwischenzeit eine Matte zum Unterlegen, da man sonst viel Stärke / Puderzucker zum Ausrollen benötigt, dieser aber auch wieder Flecken auf dem Fondant macht. Wenn der Fondant ein wenig größer als das Kuchenmaß gerollt ist, ein mal über die Teigrolle klappen und auf der Rolle langsam über den Kuchen legen, evtl. nachrücken. Nun mit den Händen den Fondant "schön" an den Kuchen ranlegen, ggf. noch einmal von unten anheben, um auch alle Falten weg zu bekommen. Danach dann mit einem Glätter den Fondant glätten und richtig andrücken, unten den Rand wegschneiden. Möglichst immer versuchen, nicht mit den Fingernägeln Löcher zu stechen, sonst braucht ihr mehr Deko^^.  Jetzt solltet ihr also einen eingedeckten Kuchen haben, den ihr verzieren könnt wie ihr mögt. Ich hab die Buchstaben schon einen Abend vorher ausgestochen, damit sie gut durchtrocknen. Das blaue Band habe ich direkt nach dem Fondant ausgerollt und mit einem Band-Schneide-Gerät ("Ribbon Cutter") auf die passende Länge geschnitte. Nun gut mit Stärke bestreuen und aufrollen, sp lässt sich das Band besser transportieren und am Kuchen abrollen. Die untere Kante des Kuchens leicht mit essbarem Kleber einpinseln, dann das Band dort abrollen, mit den Fingern festdrücken und dabei direkt die Stärke wieder wegwischen :) 

Da die gedruckten Bilder ebenfalls feuchtigkeits-empfindlich sind, habe ich dieses und auch die Buchstaben erst kurz vorm Transport aufgeklebt, ebenfalls mit dem essbaren Kleber. Als Wiederholungstäter (wurde von einem guten Freund verschenkt) gab es das gleiche Motiv noch einmal - da diese ein paar Kilometer transportiert wurde, nur mit Buchstaben - das Vereinslogo kam dann erst später :




Viel Spaß beim Nachmachen,
Petie

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