Dienstag, 4. November 2014

Quitten-Gelee - Variationen [Weihnachts-Countdown: 50 Tage]

Nachbarn gibt's, die gibt's gar nicht - also im positiven Sinn: bei uns die Straße runter wohnt eine Familie, die anscheinend große Obstbäume im Garten hat. Wie man sich (ich mir zumindest) vorstellen kann, hat man das Obst dann auch irgendwann über, so und so. Und was macht man mit dem ganzen Obst, das man selbt nicht verarbeiten kann? Wegwerfen? Nein! Die Nachbarn stellen ein Körbchen samt (mit Stein beschwerter) Tüten und einem "Gratis!"-Schild auf den Fußweg. Zwetschgen hatten sie bereits im August dort stehen, das hab ich leider verpasst. Dieses Mal waren es Quitten, und da haben wir direkt kurz angehalten und ein paar mitgenommen - also so 1,8 Kilo :D


Ihr fragt euch: was sind Quitten und was macht man damit? Hab ich mich auch gefragt, also quasi: Herausforderung angenommen!
Quitten sind Kernobstgewächse und sehen etwas aus wie eine Mischung aus Apfel und Birne, sind aber von einem weichen Flaum umhüllt. Roh sind sie ungenießbar, daher müssen sie verarbeitet werden. Hier bietet sich Quittengelee an, da man einen Großteil verarbeiten kann. Aus den Resten könnte man noch Quittenbrot machen - nächstes Mal versuche ich das. Der Geschmack der Quitten ist leicht säuerlich, aber auch lecker fruchtig. Einfach mal testen, vielleicht habt ihr ja auch einen Nachbarn mit einem Bäumchen. Noch gibt es Quitten!

Ich hab mich bei der ersten Quitte sehr erschrocken: munter den Apfelspalter angesetzt, damit das Entkernen schnell und einfach ist und ich nicht so viel schnibbeln muss. Falsch gedacht - ich denke, der Spalter wäre eher zerbrochen als das die Quitte auch nur einen Kratzer bekommen hätte. Ihr solltet also geschärfte Messer zur Hand haben.




Wie so oft hab ich bei Chefkoch ein passendes Rezept entdeckt und dann etwas umgearbeitet:


Quittengelee - mit Inger und mit Orange+Zimt

1,8 kg Quitten
1 L Wasser
100 g Ingwer
100 ml Zitronensaft
500 g Gelierzucker 1:3

etwas schwarzen Pfeffer
Zimt
1 Orange, Zesten und Saft

Also, Messer gewetzt und Kraft in den Armen? Los geht's: Quitten mit einem Lappen gut abwischen, um den Flaum zu entfernen. Dann die Quitte rund um das Kerngehäuse abschneiden und klein schneiden. Stückchen in einen Topf geben und immer leicht mit Wasser abdecken, damit die Quitten nicht braun anlaufen - aber nicht zu viel. Dann alles grob 45 min köcheln lassen. Ein Sieb mit einem Leinentuch auskleiden, dann die Quitten dort abgießen - den Saft dabei auffangen. Die aufgefangenen Quitten gut ausdrücken. Das ergab bei mir rund 1,2 Liter Flüssigkeit.



Die erste Hälfte der Flüssigkeit mit dem Zitronensaft, 250 Gramm vom Gelierzuckers und dem Ingwer vermischen. Hierbei kommt es drauf an, wie ihr den Ingwer mögt: stückig gehackt, gerieben oder nur die Flüssigkeit? Ich hab ihn durch die Küchenmaschine gejagt und hatte nur noch die Flüssigkeit, Fäden sind alle hängen geblieben^^. Alles zusammen aufkochen, je nach Angaben auf eurem Gelierzucker kochen lassen (ggf. Gelierprobe machen) und dann noch ein wenig frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen. In vorbereitete Gläser füllen, die verschlossenen Gläser 5 min auf den Kopf stellen -> fertig!

Die zweite Hälfte mit dem restlichen Gelierzucker, den Zesten und dem Saft der Orange und Zimt nach Belieben vermischen. Ebenfalls aufkochen und entsprechend kochen lassen und erneut abfüllen, Gläser wieder auf den Kopf stellen.

Fertig! In den Gläsern bildet sich ein Vakuum, wenn man das Gelee wirklich heiß abfüllt. Hierdurch hält es sich einige Zeit - falls es nicht vorher vernascht wird :D

Viel Spaß beim Nachkochen,
Petie

1 Kommentar:

  1. Wow, die Dinger sehen böse aus! Also, im Sinne von: gut als Wurfgeschoss gegen ungeliebte Leute geeignet. :-D

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